2006-Cote d’Azur

2006

So, unsere Alpentour mit Stippvisite in Monaco ist absolviert.
Die Strecke haben wir vor Ort dann doch etwas abgeändert als geplant war.

Aber zuerst mal schnell eine kurze Zusammenfassung:

2 Mann, 2 Bikes, 10 Tage, 3315km, 6 Länder, 4x 2000+ Pässe,
3x Regen, 1x Baden, 1 klitzekleine Panne, keine Aus- oder Unfälle,

Und nun ein kleines Resumé:

Wir haben uns entschlossen der Großteil der Strecke per Landstrasse zu absolvieren
und das Navi hat uns als Pluspunkt mautfrei auf der ganzen Strecke den richtigen Weg gezeigt.
Lediglich die Alpendurchquerung (1x Tunnel, 1x Autozug) kostete uns extra,
da leider viele der Pässe noch geschlossen waren.

1. Tag (12.Mai 2006)

Auf dem Parkplatz bei Wißkirchen an der A1 haben wir,
MEausK und Spezie1400, uns getroffen.
Und ab ging die Reise quer durch die Eifel über Luxemburg/ Luxemburg an
Metz/ Frankreich und Nancy/ Frankreich vorbei bis nach Dole/ Frankreich.
Die A31 ist bis kurz hinter Nancy mautfrei.
Von dort sind wir zu 98% nur noch Landstraße gefahren.
Am Rande der Vogesen wurde uns mächtig einer geblasen…
… vom recht heftigen Wind, aber die Aussicht machte das wieder gut.
Unser Ziel war eins der preiswerten „Formule 1“-Hotels (30€ pro Zimmer!)
Dole ist eine sehr schöne Stadt, viele alte Häuser und Gassen, absolut sehenswert.
Wir haben auf dem Stadtbummel am Abend lecker gegessen und
uns die wunderschöne Altstadt angesehen.
Ausgeklungen ist der Abend mit zwei… drei Schlückchen Whisky und frz. TV 😉

Nach dem Frühstück sattelten wir die Pferde…
ähhhmmm Bikes und begaben uns auf die weitere Reise!
Ziel war ursprünglich Epierre/ Frankreich,
jedoch packten wir noch paar Kilometer drauf und fuhren bis La Chambre/ Frankreich.
Also starteten wir in Dole und fuhren auf den Nationalstraßen durch das schöne Jura
bis nach Genf/ Schweiz zum Zwischenstopp.
Kurz vor dem Genfer See gab es auch unsere erste Passfahrt
und bergab einen wunderbaren Panoramablick über den See… wir waren begeistert.
Weiter ging es bis nach Annecy/ Frankreich.
Leider begann es dort am See zu regnen und hörte bis zu unserem Ziel auch nicht wirklich auf.
Egal, durch die Rhonealpen fuhren wir bis Albertville, machten einen Stadtbummel und
lenkten die Zweiräder zum Stopp nach Epierre.
Da gab es Kaffee und schließlich spulten wir die letzten Kilometer
bis nach La Chambre/ Frankreich ab.
Unterkunft und was zu mampfen gab’s im Hotel.
Der „Col du Madeleine“ ist greifbar nah, jedoch noch Wintergesperrt.
Der Tag klingt aus mit einem Glas Whisky…

3.Tag (14.Mai 2006)

Der Tag beginnt mit lecker Frühstück und viel Sonne.
Die Bikes wurden bepackt und wir machten uns auf den Weg in die richtig fetten Berge.
Die Alpendurchquerung war nur durch den Frejustunnel möglich, sämtlich Pässe waren gesperrt.
Irgendwer sagte, es habe erst vor 3 Tagen oben geschneit. Schade.
Da in den letzten Tagen die Fahrerei absolut perfekt klappte haben wir uns entschieden
Gap/ Frankreich als Übernachtung auszulassen
und direkt bis nach Vallauris/Sophia Antipolis (F) an die Cote d’Azur zu fahren.
Auf dieser Tour fuhren wir die ersten Pässe,
den „Col de Montegenevre“ mit 1854m,
den „Col du Vars“ mit 2109m
und den „Col de la Cayolle“ mit 2326m.
Die Fahrt über den „Col de la Cayolle“ ist wunderschön,
aber Mensch und Maschine sollten Nehmerqualitäten besitzen.
Die Straße ist recht… na ja, schlecht.
Der Rest der Strecke ging entlang eines gigantischen fast ausgetrocknetem Flussbetts
entlang bis nach Nizza.
Von Nizza bis Vallauris war Dauerstau, allerdings dank der uns angewöhnten
frz. Fahrweise kein Thema für Bikes ;).
Mit dem 4rad wäre ich verzweifelt.
Irgendwann kamen wir auch in dem „Formule 1“-Hotel in Sophia Antipolis an.
Die Bikes wurden an einen Pfosten angekettet,
wir gingen duschen und nebenan in die Grillhütte.
Lecker war’s.
Zum Tagesausklang gab’s paar Whiskys…

Der 4. Tag ist ein reiner Ausflugstag.
Wir fahren von Vallauris über die „Route Napoléon“ bis zum „Grand Canyon du Verdon“.
Die Strecke ist absolut genial und dank unserer Reisezeit Fahrzeugfrei.
Wir sind mitunter mehr als 15 Minuten durch die geile Gegend gefahren ohne das uns
irgendein Fahrzeug begegnete… ein Traum. Und dann noch die vielen Kurven… herrlich!
Der „Grand Canyon du Verdon“ ist gigantisch, einzigartig und atemberaubend.
Leider hat er bei unserem Besuch nur wenig Wasser, aber das war so schön anzusehen
dass man am liebsten von oben direkt rein gehüpft wäre… wenn nicht die riesige Schlucht wäre.
Nach einer spektakulären Fahrt um den „Grand Canyon du Verdon“ herum begaben wir uns
querfeldein nach Saint Tropez (F)… SchickiMicki-Städtchen.
Die Stadt ist nett anzusehen, es gibt allerdings nicht viel aufregendes.
Wir machten eine kleine Bootstour zur Entspannung und sahen dabei paar nette Villen.
Anschließend suchten wir per Pedes wie verrückt die „Gendarmerie Nationale“ von Louis de Funes,
fanden sie aber nicht…
… um schließlich festzustellen, als wir zurück zu den Bikes kamen,
dass wir direkt davor parkten.
Wir setzten uns wieder auf die Bikes, drehten eine Showrunde durch den Ortskern und
hinterließen den Klang von lauten Bikes im ruhigen Hafen mitten im Zentrum.
Ach so, es gab auch etliche schöne Frauen,
einige Angeberbars am Hafen und zwei Kugeln Eis für 3,50€
Auf der Rückfahrt bewegten wir uns zum grössten Teil entlang der Küste.
Zurück im Hotel gab’s eine Dusche und… genau… Whisky 😉

Noch ein Tag voller touristischer Höhepunkte.
Nach dem üblichen frz. Frühstück… Baguette mit süß (Wurst, Käse oder gar Eier
gibt es nicht zum Frühstück)… machten wir uns auf den Weg nach Nizza (F).
Dort wollen wir einen Hafen besuchen in dem ab und an Kriegsschiffe festmachen,
es waren aber keine da. Also sind wir in die Stadt zurück.
Ein reges Treiben in allen Gassen.
Wir schlendern über die Promenade,
tingeln durch die Fußgängerzone und sind irgendwie einfach nur zufrieden.
An einer Polizeikontrolle werden wir einfach durchgewunken, trotz Braincaps.
Nizza ist groß, Nizza ist schön, aber irgendwie nicht anders als andere schöne Städte.
So denn, das war Nizza. Erwartungsvoll machen wir uns auf den Weg nach Cannes (F).
Dort findet das Filmfestival und zugleich das Pornofestival statt.
Na ja, vom Filmfestival haben wir viel gesehen, vom Pornofestival leider garnix 🙁
Die ganze Stadt ist in Aufruhr, überall Bühnen, Zelte, Pavillons, TV-Leute
und dicke Boote umgeben von etlichen „wichtigen“ Menschen und schönen Frauen.
Aber das interessiert uns nicht… oder nur ganz wenig 😉
Wir schlendern also wieder durch die Einkaufsmeilen,
denken so ‚wie lange das wohl mit unseren Frauen dauern würde?‘
und sind nach einer halben Stunde wieder an den Bikes.
Noch einmal den Strand auf und ab fahren… dann geht’s Richtung Hotel.
Eine kurze Dusche und dann fahren wir mal in den Hafen von Antibes.
Hier gönnen wir uns eine leckere Pizza,
bestaunen danach paar Boote und sind immer noch glücklich und zufrieden…
Zu Hause im Hotel gab’s am Abend noch das ein oder andere Plastikbecherchen Whisky…

Hmm… so gaaanz langsam geht es auf die Rückreise.
Heute verlassen wir die Cote d’Azur und fahren nach Italien, genauer nach Turin (I).
Vorher jedoch besuchen wir das Fürstentum Monaco (MC).
Die Fahrt dort hin machen wir über einen kleinen Umweg…
der „Grande Corniche“…
eine Bergstraße zwischen Nizza (F) und Monaco (MC).
Dieser Umweg lohnt sich auf jeden Fall.
Es gibt wunderschöne Aussichten aus den Bergen auf die Cote d’Azur
und die am Ufer befindlichen Ortschaften.
In Monaco angekommen sind wir auch schon mittendrin in den Vorbereitungen zum
„Formel 1“-Grand Prix. Überall wird gearbeitet, geschraubt, umgeleitet und abgesperrt.
Wir begeben uns als erstes Mal auf die F1-Strecke und fahren sie komplett ab.
Am Casino müssen wir einen unplanmäßigen Stopp einlegen… die Polizei!
Sie waren jedoch sehr freundlich und einer sprach gut deutsch.
Angeblich ist die Strecke vor dem Casino und dem angrenzendem Platz für 2räder passé.
Bei einer zweiten Fahrt haben wir jedoch keinen Hinweis darauf erkennen können, egal.
Wir wurden nur ermahnt und aufgeschrieben,
die Bikes wurden von allen Seiten begutachtet… das wars.
Keine Mecker wegen den lauten Abgasinstrumenten, keine Mecker wegen Braincap… alles easy.
Wir fuhren den Kurs also nochmals ab, ließen das Casino aus,
und parkten dann auf dem Trottoir neben der Polizeistation.
Nun gingen wir per Pedes durch die Boxengasse,
besuchten den Hafen mit richtig fetten Booten
und gammelten vorbei an „Gucci“, „Louis Vuitton“ und solchen Läden.
Anschließend besuchten wir noch das Palais und begaben uns danach auf die Reise
Richtung Italien. Nach paar Minuten verließen wir auch schon Frankreich und
waren im Pizzaland angekommen.
Nun ging es weg vom Meer wieder rein Richtung Alpen.
Die Fahrt von der Küste nach Turin ist eher unspektakulär, aber wir haben es geschafft.
Unser gebuchtes Hotel, das Euromotel in Nichelino, ist zu unserer Erstaunung TipTop.
Saubere Zimmer, freundliches Personal, Garage für die 2räder… Klasse.
Wir suchen noch eine Pizzeria die wir zu Fuß erreichen können, finden aber keine.
Also essen wir im Hotel und begeben uns auf das Zimmer.
Mit dt. TV und ein paar Schlückchen Whisky endet auch dieser Tag.

Der heutige Tag, schon unser letzter in Italien, beginnt mit dem Besuch von Turin.
Die Bikes parken am Straßenrand quer zur Fahrbahn mit dem Segen der ital. Politessen.
Wir begeben uns auf die Hauptstraßen der Touristen, laufen die Geschäftsstraßen entlang
und gönnen uns einen ‚Latte Macchiato‘ im Straßencafe.
In Turin gibt es viele große alte Häuser mit fantastischen Fassaden.
OK, wir haben genug gesehen wollen wieder in die Berge 😉
Also ab geht’s.
Turin lassen wir hinter uns und begeben uns über paar kleine Umwege,
den Kurven zuliebe, auf den Weg Richtung „Lago di Maggiore“.
Zwischen dem „Lago di Orta“ und dem Lago di Maggiore“ hindurch
fahren wir direkt auf die Alpen zu.
Unser heutiges Ziel ist Brig in der Schweiz.
Die Fahrt rund um die Seen ist wunderbar, die Straßen sind leer und schön kurvig.
Allerdings beginnt es danach wieder zu regnen. Das macht uns nix.
Wir begeben uns auf den Weg nach Brig… über den offenen Simplonpass.
Im Regen fahren wir vorsichtig den Weg hinauf. Auf 2005m haben wir den Pass erreicht.
Hier kann man geradeso 10m sehen, alles ist in dicken feuchten Nebel gehüllt.
Kleiner Stopp zum „Passfoto“.
Mein offener Luftfilter zieht durch den feuchten Nebel Wasser in den Vergaser,
ich lasse die Trude zum Fotoshooting besser laufen.
Auf der Abfahrt des Passes wird es zusehens trockener und wärmer.
Das Wasser verschwindet aus dem Vergaser und wir kommen zufrieden in Brig
und in unserem reserviertem Hotel, dem Schlosshotel an.
Schnell duschen gehen, danach Abendbrot. Was? Na was wohl in der Schweiz?
Käsefondue, genau! Lecker. Mit Tomaten im Käse und extra Pellkartoffeln.
Anschließend ein kleiner Dorfbummel und ab geht’s Richtung Bett.
Hmmm.. noch ein Whisky zum entspannen…

Diesen Tag haben wir für eine Alpentour reserviert.
Leider sind der Furkapass, der Grimselpass und der Nufenpass noch gesperrt.
Also weichen wir aus auf ein paar Sackgassenpässe.
Das heißt man kann zwar dort hoch fahren, muss aber auch genauso wieder runter,
da diese nicht durch die Berge führen.
Egal, Hauptsache Kurven und Berge 😉
So begeben wir uns auf die Fahrt durch das Tal und
biegen rechts ab um den Santeschpass zu befahren.
Die Strecke ist sehr verschmutzt und voller Kiesel und Geröll,
außerdem läuft Schmelzwasser von den Gipfeln in Strömen über die Fahrbahn.
Egal, wir wollen Kurven.
Ein paar Meter weiter, kurz vorm erreichen des Ziels,
werden wir durch einen Bautrupp gebremst,
nachdem wir 2x ein Verkehrszeichen „übersehen“ haben.
Weiter geht’s nicht, die Straße wird repariert.
OK, fahren wir wieder runter und suchen uns die nächste Strecke.
Treiben wir eben die Truden in das Tal bis Saxon (F) und
begeben uns dann auf eine kleine Nebenstrecke.
Das Navi zeigte eine kurvenreiche Passage an. Ja, das wollen wir!
So fahren wir auf läppische 1685m hoch und benutzen dabei ca. 5km Schotterpiste.
Am Ende dieser Nebenstrecke kommen wir auf die Zufahrt zum gr. St Bernhard.
Merkwürdigerweise ist die Passstraße (sieht komisch aus, ist aber richtig geschrieben) gesperrt,
obwohl fantastisches Bikerwetter herrschte.
Wir standen ungefähr 20min vor der Schranke der Passstraße und
liebäugelten mit dem schwarz fahren.
Letztendlich konnten wir uns nicht dazu durchringen, da
1. die Grenze auf der Strecke liegt und wir somit sehr wahrscheinlich entdeckt werden und
2. Bauarbeiter anscheinend auf der Strecke am arbeiten waren und
3. wir vom Saletschpass wussten dass doch noch sehr viel Schmelzwasser über die Straße läuft.
So fuhren wir eben gesetzeskonform wieder in das Tal, diesmal nach Martigny.
Hier genehmigen wir uns einen leckeren Crepes und
tuckern an der Schnellstraße vorbei zurück zum Hotel.
Kurzer Aufenthalt bei Aldi-France, wir brauchen Bier und… Whisky

Start in Brig (CH).
Durch den Lötschbergtunnel,
auf dieser Teilstrecke stehen wir und die Truden auf dem Autozug,
und über die Lötschbergstraße geht es langsam in Richtung Heimat zurück.
Auf Grund der Wetter-/ Sturmwarnungen haben wir uns entschieden die Rückreise
nicht, wie geplant, über den Schwarzwald zu machen, sondern wieder über Frankreich.
Somit erhofften wir uns die Umfahrung des Unwetters,
was sich später als perfekt geplant herausstellte.
Nun ist es also soweit.
Wir durchfahren das Schweizer „Flachland“ und fahren durch die Vogesen
Richtung Straßburg/ Frankreich.
Eine sehr schöne Strecke, aber auch hier werden wir wieder nass,
jedoch an der Schweizerisch/ Französischen Grenze können wir sehen
wie das Unwetter an uns vorbei zieht.
Wir legen die Regenklamotten ab und fahren trocken bis nach Straßburg.
Dort suchen wir uns wieder ein „Formule 1“-Hotel und nehmen das in Richtung Norden.
Einchecken ohne Anmeldung geht völlig problemlos per Computer.
Wir duschen und begeben uns anschließend auf Sightseeingtour in die Metropole.
Straßburg ist sehr schön, weitläufig und interessant.
Abendessen gab es unweit vom Hotel in einem Pizzatempel,
so ähnlich wie Burger King oder Mc Donalds, nur mit Bedienung und sehr lecker.
Danach im Hotel gab’s den letzten Whisky der Tour…

Heimreise 🙁
Startend in Straßburg (F) fahren wir durch die Vogesen,
durch das Saarland, durch den Hunsrück und durch die Eifel nach Hause.
Ca. 150km legen wir trocken zurück, dann im Saarland und Hunsrück Regen ohne Ende.
Allerdings ab der Mosel durch die Eifel wieder alles trocken.
Am Kreuz Meckenheim stoppen wir zum letzten Mal gemeinsam,
verabschieden uns und sind rundum zufrieden.
Diese Tour war Extraklasse.

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