2017-Rhoné-Alps

Hmm, wie fange ich an?
Ich war mit meiner Frau paar Tage an der niederländischen Küste im Urlaub.
Dort beschloss ich während der restlichen Urlaubstage noch mal auf Tour zu gehen.
Schon lange wollte ich mal in die Rhoné-Alpen zum Pässe fahren… dran vorbei gefahren bin ich schon mehrfach.

kurzer Umriss

4 Tage
2236km
keine Un-, Um-, oder Ausfälle
keine Kontrollen oder ähnliches
1x Niesel, 1x Gewitter

Also ging es am Dienstag los.

1. Tag

Es ist trocken und das Wetter sollte auch schön bleiben.
Also starte ich bei 13°C und fahre durch die Eifel einen BAB/ Landstraßen-Mix… ich muss ja voran kommen, immerhin hatte ich 670km ins Jura geplant.
Das Navi war gefüttert und führte mich recht schnell an die Mosel.
Von hier aus ging es an der Mosel entlang nach Luxemburg, zurück nach Deutschland und später nach Frankreich.
Kurz vor Nancy verlasse ich die Autobahn endgültig und fahre paar Kilometer durch Lothringen.

 Leider wird es recht schnell ziemlich öde.
Es geht sehr viele Kilometer fast nur geradeaus… kaum Kurven aber etliche Kreisverkehre.

Na ja, irgendwann habe ich das auch geschafft und komme ins wunderschöne Jura.
Hier passt einfach alles, schöne Straßen, kaum Verkehr und traumhafte Ausblicke auf Seen und Gelände.


Die letzen 150km entschädigen dann für die langweilige Strecke davor.
Das Jura wäre auch mal eine eigene Reise wert.
10Stunden nach dem Start und 670km mehr auf dem Tacho bin ich am Ziel.
Ein einfaches aber tolles und sauberes Zimmer im Hotel direkt am kleinen See.
Die Speisen hier sind sensationell.


Gorgonzola-Toast Dorade mit Shrimps

Das wars für heute… paar Bierchen am See und n Schlückchen auf dem Zimmer… fertig.
Ab ins Bett.

1. Tag der Rhoné-Alpen-Tour

2. Tag

Die Nacht war OK, am Morgen wurde es vorm Fenster etwas laut… aber egal.
Bin sowieso Frühaufsteher und Frühstück war 7:30Uhr angesetzt.

Gestartet wird wiederum bei feinstem Wetter. Es dauert nicht lang und ich bin wieder warm gefahren.
Und das ist auch gut so, denn wenige Kilometer nach dem Start kommen die ersten Seen und auch Pässe.

Schwubbs bin ich auf 1000m Höhe und einige Kurven später kommt der erste Hammer dieser Tour.
„Col du Grand Colombier“
Die Anfahrt mit bis zu 14° Steigung über mehrere Kilometer ist echt heavy… also für Radfahrer. 😉
Für Motor-Biker sind die 14° nicht so schlimm. 😀
Die Aussicht da oben auf „nur“ 1501m ist der Wahnsinn.

Ich stehe minutenlang da und kann mich nicht satt sehen.

Die An- und Abfahrt zum Grand Colombier ist leider nicht so toll wie die unbeschreibliche Aussicht.
Zum Glück war auch heute kein Verkehr… nur paar Radfahrer sind unterwegs.
Die Straße ist relativ eng und teilweise sehr wellig.
Ständig muss man auch auf Kiesel auf der Strecke und in Kurven achten.
Es wird zwar mit Schildern darauf hin gewiesen, aber es mindert den Fahrspaß schon ein wenig.

OK, weiter geht es bei bestem Wetter an den „Lac du Bourget“ und nach Chambery… und natürlich auf die nächsten Pässe.
Das Fahren macht wirklich Laune, die Straßen sind so leer wie man sich das wünscht.

immer wieder Kiesel

Die großen Berge kommen immer näher und auch meine Höhe steigert sich langsam.
Die Umgebung ist weiterhin beeindruckend und wunderschön.

Und dann geht es ganz fix.
Ruck Zuck bin ich auf 2000m Höhe und mehr.
Auch hier wieder freie leere Straßen und eine herrliche Streckenführung.
Es macht so viel Spaß hier die Pässe zu fahren und Kurven zu schrubben… es ist schwer aufzuhören.
Aber nach 330km erreiche ich mein nicht vorgebuchtes Hotel.

  

Die Hotelchefin ist nicht da, das Hotel eigentlich geschlossen.
Sie fährt irgendwo ein Motorradrennen.
Ich bin leicht enttäuscht, aber die Mama will mir helfen und ein anderes Hotel in der Nähe vermitteln.
Dort geht keiner ans Telefon und so habe ich mit meiner unbeschreiblich charmanten Art die Mama bezirzt.
Sie gibt mir als einziger Gast ein Zimmer inklusive Verpflegung und unterstellen der Harley in der riesigen Garage… cool.
Und der Ausblick ist auch geil… da schmeckt das Bier doppelt und es läuft.

Abendbrot gab es auch… mit Vor- und Hauptspeise, das Dessert musste ich wegen praller Wampe dankend absagen

2. Tag der Rhoné-Alpen-Tour

3. Tag

 Nach einem leckeren „Petit Dejourné pour moi“ habe ich die Fatbob schnell gepackt und verabschiede mich vom Hotel.
Nur 3km weiter gibt es die ersten Serpentienen und nach weiteren 10km bin ich auf dem „Col de la Madelaine“.
Dank der frühen Startzeit und auch dass es wochentags ist habe ich abermals kaum Verkehr und kann die schöne Strecke komplett genießen.

 Un ab gehts runter ins Tal der Isere und wieder hoch. Diesmal auf den recht unbekannten „Col du Tra“.
Unbekannt und deswegen die Straßen frei zu fahren… besser gehts nicht.
Der Asphalt ist echt gut und es macht wieder oder besser gesagt immer noch Laune hier zu cruisen.

Und wieder runter in das Tal der Isere, diese wird später zur Rhone… auf deutsch Rotten.
Ich bleibe paar Kilometer im Tal und fahre nicht die Route Nationale.
Von Bourg-Saint-Maurice geht es wieder über eine Nebenstrecke zum „Petit St. Bernard“ (2188m).
Hammer Strecke.
Mittlerweile ist die Baumgrenze auch erreicht.

 Vom „Petit St. Bernard“ gehts abwärts nach Italien in das Aostatal.
Der Aoste folge ich nach Aosta… klingt komisch, ist aber so.
Von da freue ich mich auf den Anstieg und vor allem den Pass des „Grand St. Bernard“.
Zwei oder drei mal habe ich den Pass fahren wollen, war aber immer zur Wintersperre dort, obwohl es im Tal toll war.
Immerhin liegt der Pass auf knapp 2500m.

Die Abfahrt vom „Grand St. Bernard“ ist bescheuert wenn man sich an die 50km/h der Schweizer hält.
Keine Ahnung was denen im Kopf vorgeht.
Die Strecke ist super… schön kurvig, breit genug und teilweise sogar mit neuem Asphalt.
Ich lass es laufen… und fahre über einen Nebenpass nach Martigny.
Hier erwischt mich dann doch das zuvor aufziehende schlechte Wetter.
Ne 1/2 Stunde Nieselregen ist aber nicht der Rede wert.

Von Martigny fahre ich zurück nach Frankreich.
Dort wird das Wetter wieder gut und bleibt auch so.
Durch Chamonix am Fuße des „Mont-Blanc“ (Monte Bianco) vorbei erreiche ich wenig später mein heutiges Tagesziel.
Da das anvisierte aber nicht reservierte Hotel auch ziemlich unchic ist und
recht laut zwischen Schnellstraße und Autoroute liegt beschließe ich weiter zu fahren.

Ich möchte noch Annemasse (schreckliche Stadt) und Genf mit dem Genfer See (schön aber übler Verkehr) hinter mich bringen und tu das auch.
Vom Genfer See bobbere ich noch ein paar Kilometer rein zurück ins Jura bis Morez.
Hier habe ich genug und ich suche ich ein Hotel und übernachte,
nicht ohne vorher Pizza und Dosenbier auf dem „Place Jean Jaurès“ zu genießen.

3. Tag der Rhoné-Alpen-Tour

4. Tag

Nun, der 4. Tag ist schnell erzählt.
Ich starte bei frischem aber sonnigen Wetter noch vor 8Uhr.
Ein paar Kilometer Jura… nächstes Ziel Vogesen.
Die Straßen sind abermals frei und so geht es gut voran.
Die Landschaft ist immer noch total schön.

Plötzlich wird es gespenstig.
Ich nähere mich dem „Lac de Remoray“ und „Lac Saint-Point“ und es wird nebelig… sehr nebelig.
Schaut aber absolut Klasse aus.

 

Mit einem Schlag war der Nebel so schnell wie er kam hinter einer Kurve zu Ende.
Die Sonne kam mit all ihrer Kraft raus.
So waren die Kilometer in die Vogesen schnell gefahren… auch wieder alles frei.
Die Fahrt zu und vom „Ballon d’Alsace“ war toll, das Hochplateau eher unspektakulär.
Weiter gehts 1x längs durch die Vogesen in die Nord-Vogesen.
Auch heute bin ich gut unterwegs und erreiche mein Ziel bereits 14:30Uhr… ist also noch Luft.

So entschloss ich mich wenigstens noch die 50km bis Deutschland zu fahren.
Und als ich in Saarbrücken war wollte ich nur wieder raus… bin weiter gefahren.
Jetzt war es s0 17 Uhr und die Heimat noch 300km entfernt.
‚Schaffste auch noch‘ denke ich als ich an der Landstraße neben der A1 im Hunsrück Pause mach.
Plötzlich wird es sehr dunkelgrau.
Ich sitze auf und geb Gummi, eigentlich wollte ich bis zur Mosel auf der Landstraße bleiben.
Nun muss ich flüchten.

Habs natürlich nicht geschafft… aber wenigstens hat mir ein Bushäuschen Unterschlupf gegeben.
Das Gewitter war so schnell da, unglaublich.
Und heftig war es, sogar die Autos haben in der Bushaltestelle angehalten.
Hagel gab es auch noch dazu.

Nach guten 20min ging es in Regenpelle weiter.
Bin dann direkt auf die A1 und habe die nur notgedrungen in der Eifel verlassen, da ist sie dort unterbrochen.
Hier entledigte ich mich der Regenklamotten und fuhr die fehlende Strecke logischerweise per Landstraße.
Nach 712km war ich am Abend zu Hause… was für wunderschöne 4 Tage.

4. Tag der Rhoné-Alpen-Tour

Ende

5 Responses to 2017-Rhoné-Alps

  1. Pingback: Spontan: Vier Tage Rhone-Alpen – …riding a Fat Bob

  2. Else says:

    Moin Michael !

    Mal wieder eine deiner tollen Reisen.
    Danke für den schönene Reisebericht.

    Gruss

    Else

  3. Kier Peter says:

    Hallo Michael,
    sehr schön geschriebener Reisebericht, dazu noch tolle Bilder und eine paar sehr schöne Landschaftsvideos.
    Einfach nur Klasse. Respekt mein Lieber.
    Gruß aus der wunderschönen Eifel.
    Peter

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